"CARPE DIEM" heisst "pflücke den Tag" oder "nutze die Zeit". Und wer alt ist hat davon wieder reichlich. Zeit jedoch wozu?
In unserer westlichen Leistungskultur geraten Gruppen, die nicht mehr den hohen Anforderungen genügen, leicht ins Abseits. Diese Gefahr besteht vor allem auch für die betagten Mitglieder unserer Gesellschaft. Auch sind die sozialen Wohn- und Lebensstrukturen der individuellen Kleinfamilie für das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen nicht mehr geeignet. Das Alt werden ist deshalb oft von Ängsten, Unsicherheiten und dem Verlust der Verbindung begleitet. Wo kein intaktes soziales Netz besteht, drohen Isolation und Vereinsamung und früher oder später der Fall in die Leere.
Wir alle werden alt und gebrechlich. Im CARPEDIEM befassen wir uns mit der Problematik des Ausgegrenzt-seins im Alter. Wir glauben an eine Gemeinschaft, die den Betagten, gerade weil sie körperlich und geistig zunehmend abbauen, Unterstützung und Schutz bieten kann und ein gelebtes Schicksal mit der daraus hervorgegangenen Persönlichkeit mit Respekt und Zuwendung wertschätzt und würdigt. Wir sind überzeugt, dass die Einbindung der Gruppe der Alten die menschliche Qualität unserer Gesellschaft fördert und auszeichnet.
Durch die Verbindung von Gastwirtschaft und Alters- und Pflegeheim mit der Möglichkeit für die (Dorf)-Gemeinschaft, den Kontakt mit den Betagten aufrecht zu erhalten und umgekehrt, setzen wir unseren Akzent.
Wir streben eine Atmosphäre an, die belebend und inspirierend auf verborgene oder vergessene Quellen von Lebensfreude und Lebenskraft wirkt. Sie soll geprägt sein von Fröhlichkeit und getragen von gegenseitiger Achtung, Geduld, Empfindsamkeit, Hilfsbereitschaft und Anteilnahme.
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